Kurz gesagt: Unterdruck entsteht, wenn ein Luftreiniger oder Entstauber in einer abgeschotteten Zone im Abluftbetrieb läuft und die gefilterte Luft nach draußen führt. Dadurch strömt Luft nur in die Zone hinein – der Feinstaub kann nicht in bewohnte Nebenräume entweichen. Die BG BAU empfiehlt einen 15-fachen Luftwechsel pro Stunde; die Geräte filtern über HEPA H13/H14 (EN 1822).
Das Wichtigste in Kürze
- Unterdruck = Abluftbetrieb in einer abgeschotteten Zone: gereinigte Luft nach draußen, Staub bleibt drin.
- Umluftbetrieb reinigt nur die Raumluft, erzeugt aber keinen Unterdruck.
- 15-facher Luftwechsel/h (Empfehlung BG BAU) als Richtwert für die Gerätegröße.
- HEPA H13 (≥ 99,95 %) bzw. H14 (≥ 99,995 %) nach EN 1822, davor eine Vorfiltermatte für Grobstaub.
- Kombination mit Staubschutzwand/-tür macht die Zone erst dicht.
Beim Bohren, Schleifen oder Stemmen entsteht sofort Feinstaub. Oft lässt sich keine Absaugung direkt am Werkzeug anbringen – dann verteilt sich der Staub im ganzen Gebäude. Genau hier setzt die Unterdruckhaltung an: Sie hält den Staub dort, wo er entsteht.
So funktioniert Unterdruckhaltung
Der Arbeitsbereich wird mit Staubschutzwänden und -türen abgeschottet. In dieser Zone saugt ein Luftreiniger die staubhaltige Luft an, filtert sie und bläst sie – idealerweise über einen Schlauch nach draußen. Weil laufend Luft aus der Zone abgeführt wird, entsteht ein leichter Unterdruck: Frischluft strömt durch Ritzen und Schleusen hinein, belastete Luft kann nicht heraus. So bleiben angrenzende, bewohnte Räume sauber.
Umluft oder Abluft? Der entscheidende Unterschied
| Betriebsart | Was passiert | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Umluft | Luft wird im Raum gefiltert und sauber zurückgegeben | Grundreinigung der Raumluft, kein Übertritt in Nebenräume kritisch |
| Abluft (Unterdruck) | Gefilterte Luft wird nach draußen geführt → Unterdruck | Bewohnte Bereiche, sensible Nachbarräume, gefährliche Stäube |
Luftwechsel und Filter richtig auslegen
Als Richtwert für Baustaub nennt die BG BAU einen 15-fachen Luftwechsel pro Stunde. Das Gerät sollte also das Raumvolumen der abgeschotteten Zone 15-mal je Stunde umsetzen können. Die Filterung erfolgt zweistufig:
- Vorfiltermatte – hält groben Staub über ca. 10 µm zurück und schont den Hauptfilter.
- HEPA-Filter (EN 1822) – H13 scheidet ≥ 99,95 %, H14 ≥ 99,995 % der Partikel im kritischen Bereich (~0,1–0,3 µm) ab, darunter Feinstaub, Quarzstaub, Schimmelsporen und Pollen.
Praxisbeispiel: Wanddurchbruch in bewohnter Wohnung
Für einen Wanddurchbruch im bewohnten Altbau wird der betroffene Raum mit einer Staubschutzwand und einer Reißverschlusstür abgeschottet. Ein Bau-Luftreiniger führt die Abluft über einen Schlauch aus dem Fenster ins Freie. Ergebnis: In der Zone staubt es beim Stemmen, doch im Flur und in den übrigen Zimmern bleibt es sauber – kein grauer Belag auf Möbeln, keine Beschwerde der Bewohner, kein stundenlanges Nachreinigen. Ohne Unterdruck hätte sich der Quarzstaub in der ganzen Wohnung verteilt.
Fazit
Unterdruckhaltung ist die wirksamste Methode, um Staub bei laufendem Betrieb aus bewohnten Bereichen herauszuhalten: abschotten, im Abluftbetrieb filtern, nach draußen führen. Mit dem richtigen Luftwechsel und HEPA-Filter bleibt der Staub dort, wo er hingehört.
👉 Passende Geräte: DustBox Luftreiniger und Bau-Luftreiniger & Sauger; für die dichte Zone Staubschutzwände, -türen & Schleusen.
Häufige Fragen (FAQ)
Was bedeutet Unterdruckhaltung auf der Baustelle?
Ein Luftreiniger führt in einer abgeschotteten Zone laufend gefilterte Luft nach draußen. Dadurch entsteht ein leichter Unterdruck, sodass Feinstaub nicht in angrenzende Räume entweicht, sondern in der Zone bleibt.
Wie groß muss der Luftreiniger sein?
Als Richtwert nennt die BG BAU einen 15-fachen Luftwechsel pro Stunde. Das Gerät sollte das Volumen der abgeschotteten Zone also 15-mal je Stunde umsetzen können.
Was ist der Unterschied zwischen Umluft und Abluft?
Im Umluftbetrieb wird die Luft im Raum gereinigt und zurückgegeben – ohne Unterdruck. Im Abluftbetrieb wird die gefilterte Luft nach draußen geführt, wodurch der Unterdruck entsteht, der den Staub zurückhält.
Welchen Filter braucht ein Bau-Luftreiniger?
Eine Vorfiltermatte für Grobstaub plus einen HEPA-Filter nach EN 1822 (H13 ≥ 99,95 %, H14 ≥ 99,995 %). Der HEPA-Filter scheidet Feinstaub, Quarzstaub und Schimmelsporen zuverlässig ab.
Quellen: BG BAU – Staubarme Baustellen / Luftreiniger (Empfehlung 15-facher Luftwechsel); DIN EN 1822 (HEPA-Filterklassen). Stand: Juli 2026.

















































































