Kurz gesagt: Baustaub ist je nach Material unterschiedlich gefährlich. Entscheidend ist die Partikelgröße: grober E-Staub bleibt in Nase und Rachen hängen, feiner A-Staub dringt bis in die Lungenbläschen vor. Besonders kritisch sind Quarz- und Asbeststaub (krebserzeugend). Die Grenzwerte der TRGS 900 sind klar: A-Staub 1,25 mg/m³, E-Staub 10 mg/m³, Quarz-Feinstaub 0,05 mg/m³.
Das Wichtigste in Kürze
- E-Staub (einatembar) bleibt großteils im Nasen-Rachen-Raum; A-Staub (alveolengängig) erreicht die Lungenbläschen.
- Quarzstaub gilt nach TRGS 559 als krebserzeugend und kommt fast überall vor (Stein, Beton, Sand, Fliesenkleber).
- Grenzwerte (TRGS 900): A-Staub 1,25 · E-Staub 10 · Quarz-A-Staub 0,05 mg/m³.
- Erkrankungen zeigen sich oft erst nach Jahren – bis ins Rentenalter.
- Schutz: absaugen, abschotten, Luft reinigen – passenden Entstauber wählen.
Beim Abschlagen von Putz, Fräsen, Schleifen, Mörtelmischen oder Parkettschleifen entstehen ganz unterschiedliche Stäube: Holz-, Gips-, Blei- und Faserstäube – und die besonders gefährlichen Quarz- und Asbeststäube. Eingeatmet können sie Atemwege, Haut und Augen schädigen. Wie tief ein Staub in den Körper gelangt, hängt vor allem von der Partikelgröße ab.
E-Staub und A-Staub: der Unterschied entscheidet über das Risiko
Als E-Staub (einatembare Fraktion) bezeichnet man den gesamten Staub, der über Mund und Nase eingeatmet werden kann. Gröbere Partikel bleiben dabei an Nasenhärchen und Schleimhäuten hängen. Die feine, tief lungengängige A-Staub-Fraktion (alveolengängig) dringt dagegen über Luftröhre und Bronchien bis in die Lungenbläschen vor – dort richtet sie den größten Schaden an.
Dieser Feinstaub ist so leicht, dass er beim kleinsten Lufthauch aufgewirbelt wird und nur etwa einen Meter in sieben Stunden absinkt. In dieser Zeit wird er eingeatmet – auch lange nachdem die eigentliche Arbeit beendet ist.
Welcher Staub welche Erkrankung auslösen kann
| Staubart | Mögliche Folge |
|---|---|
| Quarzstaub | Silikose (Lungenfibrose), Lungenkrebs |
| Asbestfasern | Asbestose, Lungen- und Rippenfellkrebs |
| Eichen-/Buchenholzstaub | Nasen(neben)höhlenkrebs |
| Allgemeiner Fein-/Mischstaub | Bronchitis, Asthma, Emphysem |
Tückisch ist der zeitliche Verlauf: Quarz- und Asbeststäube bauen das Lungengewebe langsam um (Lungenfibrose). Erstes Anzeichen ist zunehmende Kurzatmigkeit bei Anstrengung – die Symptome treten oft erst nach jahrelanger beschwerdefreier Zeit auf, teils erst im Rentenalter.
Im Detail: Warum Quarzstaub so häufig ist
Quarz enthält kristallines Siliciumdioxid – und Silicium ist eines der häufigsten Elemente der Erde. Quarzstaub entsteht überall, wo Fels, Stein, Sand oder Beton bearbeitet wird: beim Bohren, Schleifen, Fräsen und Stemmen, aber auch bei Fliesen- und Betonarbeiten. Deshalb ist praktisch jede Baustelle betroffen – nicht nur Spezialgewerke.
Arbeitsplatzgrenzwerte (TRGS 900)
- A-Staub: 1,25 mg/m³ (Schichtmittelwert, 8 h)
- E-Staub: 10 mg/m³
- Quarz-A-Staub: 0,05 mg/m³ (krebserzeugend, TRGS 559)
Werden diese Werte über eine Acht-Stunden-Schicht eingehalten, gilt das Risiko als beherrscht. Der niedrige Quarz-Wert zeigt aber, wie ernst Feinstaub zu nehmen ist – schon geringe Mengen sind relevant.
So schützen Sie sich
Am wirksamsten ist es, Staub gar nicht erst in die Luft zu lassen: direkt am Werkzeug absaugen (Entstauber der passenden Staubklasse), den Arbeitsbereich abschotten und die Luft mit einem Bau-Luftreiniger reinigen. Welcher Entstauber zu welchem Staub gehört, zeigt unser Ratgeber zur Staubklasse L, M oder H.
👉 Zur Ausrüstung: Bau-Entstauber, Bau-Luftreiniger und Staubmessgeräte.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen E-Staub und A-Staub?
E-Staub (einatembare Fraktion) ist der gesamte einatembare Staub; gröbere Partikel bleiben in Nase und Rachen hängen. A-Staub (alveolengängige Fraktion) ist der feine Anteil, der bis in die Lungenbläschen vordringt und dort das größte Gesundheitsrisiko darstellt.
Warum ist Quarzstaub so gefährlich?
Quarzfeinstaub gilt nach TRGS 559 als krebserzeugend und kann Silikose und Lungenkrebs auslösen. Er entsteht bei fast allen Stein-, Beton- und Fliesenarbeiten, daher ist der Grenzwert mit 0,05 mg/m³ sehr niedrig angesetzt.
Wie hoch sind die Staubgrenzwerte?
Nach TRGS 900 gelten als Schichtmittelwert: A-Staub 1,25 mg/m³, E-Staub 10 mg/m³ und Quarz-A-Staub 0,05 mg/m³.
Warum merke ich die Folgen erst spät?
Quarz- und Asbeststäube bauen das Lungengewebe langsam um. Beschwerden wie Kurzatmigkeit treten oft erst nach vielen Jahren auf – manchmal erst im Rentenalter. Deshalb ist konsequenter Staubschutz von Anfang an wichtig.
Quellen: TRGS 900 (Arbeitsplatzgrenzwerte, BAuA); TRGS 559 (Mineralischer Staub/Quarz); DGUV-Informationen zu Quarzfeinstaub. Stand: Juli 2026.

















































































